Vom August 2016 bis zum Mai 2017 war ich also in der Fahrschule. Trotz des Bestehens der theoretischen und praktische Prüfung im ersten Anlauf, rückblickend betrachtet habe ich das Motorradfahren nicht in der Fahrschule gelernt.
Selbiges war mir zu dem Zeitpunkt natürlich nicht bewusst. Sehr zum Leitwesen meines Papas. Der hatte mir unter weiser Voraussicht das Versprechen abgerungen meine erste Fahrt mit dem eigenen Motorrad nur in seinem Beisein abzuhalten. Bis heute wird hartnäckig behauptet, die meisten seiner grauen Haare hätten Ihren Ursprung in jener ersten Fahrt.
Es stellte sich heraus, dass ich nicht wusste, wie man eine Kurve anfährt und am ende nicht im Gegenverkehr oder im Grünen wieder herauskommt.
Nach einigen "Übungsfahrten" dufte ich dann im Sommer auch allein die Gegend erkunden. Es kam, wie es kommen musste: Es folgte der erste Sturz. Am Abend des vorangegangen Tages hatte es noch geregnet. Ist ja kein Problem, war ja gestern. Auf den ersten 10km war die Welt auch noch in Ordnung. Im Wald war es allerdings noch feucht auf dem Asphalt. Selbiges war mir jedoch nicht bewusst.
Nachdem Ich das Motorrad dann wieder aufgehoben hatte, fuhr ich also wieder nachhause.
Einmal Lenker tauschen.
Der Rest der Saison 2017 ging dann ohne weitere große Ereignisse zu Ende.
Nach dem doch recht späten Start in die Saison (das Saionkennzeichen zeigte damals noch 05-10) folgte die erste Fahrt in einer größeren Gruppe. Die anderen aus der Gruppe hatten zwar alle Motorräder mehr mit Hubraum und Leistung, aber da zu beginn der Ausfahrt noch einigermaßen auf eine STVO - Konforme Fahrweise geachtet wurde, kam ich mit meinen strammen 13PS aus 125ccm noch ganz gut mit. Allerdings stieß ich dann doch an die Grenzen des Motorrades.
Ein Zwischenziel der Ausfahrt war der Fichtelberg bzw. der Klínovec auf Seiten der Tschechischen Republik. Auf dem Weg nach oben gibt es eine Kurve, welche etwas enger ist. Am Ausgang dieser Kurve wurde ich dann ungewollt zum mehr oder weniger stehenden Hindernis. Ich gab zwar beherzt Vollgas, aber das Motorrad wurde nur Lauter und nicht wirklich schneller. Die Konsequenz war logischerweise, dass ich links und rechts überholt wurde und nur hoffen konnte, den Rest der Truppe an der nächsten Kreuzung noch zu sehen. Immerhin hatte ich so ausreichend Zeit die Landschaft zu beobachten. Während ich also mehr oder weniger darauf wartete, dass die Steigung wieder etwas abflachte, kam mir die Überschrift für diesen Abschnitt in den Sinn. Zum erlernen der grundsätzlichen Fahrzeugkontrolle sind diese 125er zwar nicht schlecht allerdings benötig so ein Moped leider deutlich zu lange um von bspw. 70 auf 100 km/h (oder ein klein wenig mehr) zu beschleunigen. Weshalb auch das ein oder andere Überholmanöver im Laufe der Saison mehr als brenzlig ausging.
Drei weitere Highlights sollten noch in dieser Saison noch folgen.
Da so ein Jahr nie nur aus positiven Ereignissen bestehen kann, war das erste Highlight leider dann auch kein besonders schönes. Während einer Ausfahrt die ich allein unternahm, unterschätzte ich eine Rechtskurve, bremste und endete schließlich in der Leitplanke. Da ich damals schon Wert darauf legte, vernünftige Schutzkleidung zu tragen, kam ich recht glimpflich davon. (Bis heute trage ich immer mindestens eine Textilkombi, wenn nicht sogar die Lederkombi, unabhängig davon, ob ich 2 oder 200 km fahren möchte) Mein rechter Stiefel hatte in Höhe des Sprunggelenkes ein Loch, welches wahrscheinlich von der Fußraste stammte. Und meine Rippen waren ein wenig beleidigt, aber nicht gebrochen.
Die Hyosung war da deutlich schlimmer dran. Die vordere Felge war kaltverformt (dies ließ sich später glücklicherweise richten), die Bremsleitung für die Vorderradbremse war entzweit und das Batteriefach war nicht mehr in der Lage seiner Aufgabe nachzukommen.
Es folgte eine Zwangspause.
Das zweite Highlight der Saison war im August, Ich durfte auf einer Suzuki DR 650 erste Gehversuche abseits des Asphalts wagen. Ich war zwar nicht schnell, ließ aber wenigstens sowohl das Gerät als auch mich selbst heil.
Als die Hyosung wieder lief, bekam ich durch einen Bekannten die Chance, mich mit meinem Motorrad mal auf dem Saxsoniaring in Freiberg zu versuchen. (eine Outdoor-Gokart-Strecke).
Fazit der Saison 2018: Es gibt noch viel mehr zu lernen, als vermutet, obwohl das Fahrzeug meiner Wahl wohl mehr oder weniger an seine Grenzen gekommen ist. Wie nahe die Hyosung tatsächlich am mechanischen Limit war, sollte sich bald zeigen.
Zu Beginn der Saison 2019 entschied ich mich erneut eine Fahrschule zu besuchen, um den A2 Führerschein zu erwerben.
Zwischenzeitlich wollte ich mit der 125er mobil bleiben.
Aber erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Anfang Juni fand auf dem Spreewaldring das Built not Bought statt. Dies nahmen mein Papa, ein Bekannter und ich zum Anlass, um mit dem Motorrad mal nach Brandenburg zu fahren.
Die Hinfahrt verlief auch ohne größere Zwischenfälle, der Heimweg leider nicht. Ca. 6km vor Großenhain gab es beim Rausbeschleunigen aus einer Kurve einen Knall, das Hinterrad blieb plötzlich stehen und der Motor war aus. Der ging auch vorläufig nicht mehr an.
Diagnose: vermutlich hat das Pleuellager aufgegeben. Warum vermutlich? Niemand hat mehr in den Motor reingeschaut, die Hyosung ging damals für ganze 150 Euro nach Polen.
So ergab es sich, dass ich Ende Juli, in voller Motorradbekleidung, mit dem Fahrrad zur Fahrschulprüfung fuhr.
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